Weiste · ACCORD

Chronik

1945 bis 2012

Siebenundsechzig Jahre in einem Zeitstrahl: die Stationen des Unternehmens Heinrich Weiste & Co., der Familie und der Technik, die dort erfunden wurde.

Sieningsen in der Soester Börde: Hof und Werk der Familie Weiste.
Sieningsen in der Soester Börde: Hof und Werk der Familie Weiste.ACCORD – Helmut Weiste

Die Anfänge

  1. 1945Helmut Weiste wird geboren

    Am 9. Juni, einen Monat nach Kriegsende, in Bad Sassendorf – als Sohn des Landwirts Heinrich Weiste und seiner Frau Marie, geborene Trelle. Er wächst mit drei Schwestern in Sieningsen auf, einem Dorf von sechs Höfen in der Soester Börde.

  2. 1946Die erste Pflanzmaschine aus Stahl

    Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft baut Heinrich Weiste im ehemaligen Viehstall die erste einsatzfähige Pflanzmaschine Deutschlands. Holzmodelle dafür hatte er schon vor dem Krieg gebaut.

  3. 1948Gründung der Heinrich Weiste & Co GmbH

    Die Firma entsteht auf dem elterlichen Hof. Weil alle Teile im Akkord-Lohn gefertigt werden, heißt die Marke bald AKKORD – Jahre später in ACCORD geändert. Der Werbespruch: »Mit der Akkord Pflanzmaschine pflanzt man im Akkord-Tempo.«

  4. 1950erVersuche in Italien

    Der zehnjährige Helmut begleitet seinen Vater zu Versuchseinsätzen in der Po-Ebene. Die Ergebnisse: bis zu zehnfache Pflanzleistung gegenüber der Hand, 20 bis 40 Prozent mehr Körnerertrag bei Mais. Am Institut für Reisanbau in Vercelli werden zwei Maschinen vor und hinter einen Raupenschlepper gehängt.

    Zwei Pflanzmaschinen vorn und hinten an einem Raupenschlepper: 2 m Arbeitsbreite, acht enge Reihen – Institut für Reisanbau, Vercelli.
    Zwei Pflanzmaschinen vorn und hinten an einem Raupenschlepper: 2 m Arbeitsbreite, acht enge Reihen – Institut für Reisanbau, Vercelli.ACCORD – Helmut Weiste
  5. 1961Umzug nach Soest

    Das Gelände in Sieningsen ist vollständig bebaut. Im Industriegebiet Süd-Ost entsteht zunächst ein Bürogebäude, 1963 folgen die Produktionshallen. Die 95 Meter lange Betonbahn gießt die Belegschaft selbst – mit zwei zu Betonmischern umgebauten Unimogs.

    Zwei Unimogs, umgebaut zu Betonmischern – die Mischtrommeln stammten aus alten Bojen der Möhnetalsperre.
    Zwei Unimogs, umgebaut zu Betonmischern – die Mischtrommeln stammten aus alten Bojen der Möhnetalsperre.ACCORD – Helmut Weiste
  6. 1962Lehre statt Abitur

    Helmut Weiste verlässt das Gymnasium mit der Mittleren Reife und beginnt eine Lehre zum Maschinenschlosser.

  7. 1963Irland

    Mit 17 fährt er drei Wochen auf Vorführtour durch Irland – nach drei Tagen Sturm auf der Irischen See. Erste Erfahrung mit schwierigen Böden und mit Kunden, die alles selbst sehen wollen.

    Sturm auf der Irischen See, März 1963 – Helmut Weistes erste Vorführtour im Ausland.
    Sturm auf der Irischen See, März 1963 – Helmut Weistes erste Vorführtour im Ausland.ACCORD – Helmut Weiste

Das Dreieck

  1. 1963Der Unfall

    Beim Abbau eines Volldrehpflugs klemmt der Schlepper Helmuts rechtes Bein am Pflugkopf ein. Allein auf dem Hof, befreit er sich selbst, indem er mit dem linken Arm den ersten Gang einlegt. Die Frage lässt ihn nicht los: Warum ist Ankuppeln so gefährlich?

  2. Februar 1964Das Quadratrohr im U-Profil

    Beim Aufräumen der Werkstatt fällt ihm ein 40er-Quadratrohr auf, das in einem 60er-U-Profil liegt. »Das ist die Lösung für das Verbindungselement!« Am Samstag baut er Geräte- und Schlepperdreieck, am Nachmittag führt er sie seinem Vater vor. Am Montag, dem 24. Februar, den Technikern.

    Das Prinzip: Gerätedreieck aus U-Profil, Schlepperdreieck aus Quadratrohr.
    Das Prinzip: Gerätedreieck aus U-Profil, Schlepperdreieck aus Quadratrohr.ACCORD – Helmut Weiste
  3. Mai 1964Weltneuheit auf der DLG-Ausstellung

    In Köln wird die Dreiecks-Schnellkupplung zur Sensation. Ein Traktor mit Elektroantrieb demonstriert sie in der Halle. Lizenzangebote lehnt Heinrich Weiste ab – die Wettbewerber entwickeln daraufhin eigene Schnellkuppler.

  4. 3. März 1964Patent DE 1 215 419

    Weil Helmut noch minderjährig ist, rät der Patentingenieur der Firma Hella, das Patent auf den Namen des Vaters anzumelden. Der lässt sich als Miterfinder eintragen. Erst 1972 löst er den Vertrag schriftlich auf: »Helmut Weiste ist der alleinige Erfinder …«

  5. April 1965Studium in Köln

    Auf Rat von Dr.-Ing. Erich Schilling beginnt Helmut Weiste ein Ingenieurstudium; die drei Lehrjahre zählen als Praktikum.

  6. 1965Alle Geräte mit Dreieck

    ACCORD baut fortan jedes Gerät mit integriertem Gerätedreieck. Der Landwirt kann Kombinationen hintereinander, nebeneinander und übereinander kuppeln. Das Dreieck wird zum Firmenlogo.

    Kultivator mit integriertem Gerätedreieck – ab 1965 baute ACCORD alle Geräte so.
    Kultivator mit integriertem Gerätedreieck – ab 1965 baute ACCORD alle Geräte so.ACCORD – Helmut Weiste
  7. 1972Intrac und MB-trac

    Die Systemtraktoren von Deutz und Mercedes-Benz erhalten die ACCORD-Kupplung serienmäßig, vorn und hinten. In der Fachwelt heißt sie längst »Weiste-Dreieck«.

    INTRAC 2002, serienmäßig vorn und hinten mit der ACCORD Dreiecks-Kupplung.
    INTRAC 2002, serienmäßig vorn und hinten mit der ACCORD Dreiecks-Kupplung.ACCORD – Helmut Weiste
  8. späterISO 11001-2

    Die Anschlussmaße der ACCORD-Kupplung werden als A-frame coupler international genormt. Der 1968 vorgezogene deutsche »Norm-Kuppler« DIN 9675 dagegen floppt und gilt als abschreckendes Beispiel verfrühter Normung.

Die pneumatische Verteilung

  1. Winter 1964/65Ein unbefriedigender Versuch

    Heinrich Weiste will eine breitere Sämaschine. Ein Versuchsmodell verteilt das Saatgut mit Schüttelrinnen – sehr ungleichmäßig. Er bittet seinen Sohn um Rat. Der schlägt vor, die Körner statt dessen mit Luft durch den Kanal zu blasen.

  2. Sommer 1965»Man müsste die Körner verwirbeln!«

    Zyklon und Prallverteiler weichen um 30 bis 50 Prozent ab. Bei einem Spaziergang beobachtet Helmut Weiste die Wasserwirbel an den Steinen eines Bachs. Am nächsten Tag drückt er ein Förderrohr über Kreuz flach: ±10 bis 15 Prozent. Ernst Ullmann, gelernter Kupferschmied, hämmert daraufhin eine gleichmäßige Wellung in ein Kupferrohr – ±5 bis 8 Prozent.

    Handskizze (1) von 1965: die Wellung im Förderrohr und das radiale Leitblech.
    Handskizze (1) von 1965: die Wellung im Förderrohr und das radiale Leitblech.ACCORD – Helmut Weiste
  3. 1965Stroboskop und Leitbleche

    Mit einer Stroboskoplampe wird sichtbar, dass die Körner an der Bogenaußenseite strähnig strömen. Ein radiales Leitblech im Umlenkbogen bringt die Abweichung auf +4,4 / −2 Prozent. Längs-Leitbleche eliminieren den Drall. Im Studium erfährt er: Das ist eine Zwei-Phasen-Strömung, damals kaum erforscht.

  4. 1966Drei Patentanmeldungen

    Der Vater meldet die pneumatische Verteilung als seine Erfindung an – Helmut wird nicht einmal als Miterfinder eingetragen. Schwerer wiegt: Das Kombinationspatent mit vielen Merkmalen bietet kaum Schutz. In 35 Ländern angemeldet, wird es später zum Einfallstor für Nachbauer.

    Fig. 7 und Fig. 8: der Wellrohr-Verteiler – Helmut Weistes Erfindung aus dem Sommer 1965.
    Fig. 7 und Fig. 8: der Wellrohr-Verteiler – Helmut Weistes Erfindung aus dem Sommer 1965.ACCORD – Helmut Weiste
  5. Mai 19668.000 Kilometer nach Moskau

    Drei Fahrzeuge, drei Mann, fünf Tage bis zum Roten Platz. Auf der internationalen Landmaschinen-Ausstellung erhält ACCORD die Goldmedaille der All-Unions-Handelskammer; Breschnew empfiehlt beim Empfang, wiederzukommen. Danach acht Wochen Vorführtour durch den Balkan – 7.500 Kilometer, acht Ostblockstaaten.

    Der Präsident der All-Unions-Handelskammer der UdSSR überreicht Heinrich Weiste die Goldmedaille.
    Der Präsident der All-Unions-Handelskammer der UdSSR überreicht Heinrich Weiste die Goldmedaille.Norbert Kleine / ACCORD – Helmut Weiste
  6. 4. Oktober 1966Der internationale Feldtag

    Auf zehn Hektar in Sieningsen zeigt ACCORD elf Prototypen vor 170 Fachbesuchern aus 17 Ländern: Drillmaschinen bis 15 Meter Arbeitsbreite, Säkultivatoren für die pfluglose Saat, Düngerstreuer. Prospekte in elf Sprachen. Deutz, Massey Ferguson und IHC zeigen Interesse – und sagen alle ab.

    Der internationale Feldtag am 4. Oktober 1966: Vorführring mit Tagungszelt und überdachten Tribünen.
    Der internationale Feldtag am 4. Oktober 1966: Vorführring mit Tagungszelt und überdachten Tribünen.ACCORD – Helmut Weiste
  7. 1968Erste Serie – und erste Reklamationen

    Die 5- und 6-Meter-Drillmaschinen kommen auf den Markt, dazu 100 pneumatische Düngerstreuer. Die Entwicklungszeit war zu kurz. Der Ruf des Systems steht auf dem Spiel. Helmut Weiste beginnt am 1. März als Ingenieur in der Firma – eigentlich wollte er erst zu anderen Unternehmen.

    Der 10-m-PNEUMATIC-Düngerstreuer, erste Serie 1968.
    Der 10-m-PNEUMATIC-Düngerstreuer, erste Serie 1968.ACCORD – Helmut Weiste
  8. 1968Fahrgassen aus dem Sektkorken

    Für das Anschlussfahren empfiehlt ACCORD, einen Säschlauch zu sperren – ein Sektkorken im Verteilerabgang genügt. Anfangs gibt es als Werbung eine Flasche Sekt dazu. ACCORD führt damit als Erster die Fahrgasse ein.

Krise und Neuanfang

  1. 1969Die Ursache gefunden

    In Schleswig-Holstein ist die Querverteilung mit bloßem Auge sichtbar ungleich. Helmut Weiste nimmt Strömungsprofile auf, vergleicht Verteilungskurven und entdeckt den Drall. Fünf Ursachen werden benannt und behoben; alle Maschinen werden vor der Herbstaussaat umgerüstet.

    Drillmaschine mit den Umbauten für eine bessere Verteilung, 1969.
    Drillmaschine mit den Umbauten für eine bessere Verteilung, 1969.ACCORD – Helmut Weiste
  2. 1969–71Aufbaustudium

    Gegen den Willen des Vaters – der ihm Verrat an Familie und Firma vorwirft und das Geld verweigert – studiert Helmut Weiste in Pforzheim zum Wirtschaftsingenieur, finanziert durch staatliche Weiterbildungszuschüsse.

  3. 1971Der erste Air Seeder der Welt

    Mr. Shea aus Australien hatte 1970 unangekündigt in Soest vorgesprochen. Im Dezember 1971 fliegt Helmut Weiste nach Melbourne und begutachtet, was Connor Shea aus ACCORD-Komponenten gebaut hat: den Wideline Seeder. Kultivieren, Säen und Düngen in einem Gang, 10 Meter breit, 50 bis 60 Prozent weniger Arbeitszeit und Energie.

    Der Wideline Seeder von Connor Shea, 1971 – der erste Air Seeder der Welt.
    Der Wideline Seeder von Connor Shea, 1971 – der erste Air Seeder der Welt.Connor Shea / ACCORD – Helmut Weiste
  4. 1974Vergleichsverfahren

    Nach einem Forderungsausfall von fast einer Million DM und einer abgelehnten Überbrückung durch die WestLB beantragt das Unternehmen am 29. Juli die Eröffnung des Vergleichsverfahrens. Die Gläubiger stimmen am 3. Oktober zu: 40 Prozent Quote, sechs Vierteljahresraten à rund 420.000 DM. Heinrich Weiste zieht sich nach Sieningsen zurück.

  5. 1975Bärbel

    Am Neujahrstag hält Helmut Weiste in St. Peter-Ording um ihre Hand an, am 15. August wird geheiratet – er kommt zehn Minuten zu spät zum Standesamt. In den Flitterwochen skizziert er auf einem Zeichenblock das Grundkonzept einer kleinen, leichten Drillmaschine.

    Helmut und Bärbel Weiste, 15. August 1975.
    Helmut und Bärbel Weiste, 15. August 1975.ACCORD – Helmut Weiste
  6. 1976Die DL

    Januar: Prototyp fertig. März: erster Feldeinsatz beim Vetter in Fahnen. Juli: das Vergleichsverfahren wird aufgehoben. Der Hof des Vaters in Sieningsen ist da schon verkauft – die Bank hatte ihn verwertet.

    März 1976: der erste Prototyp der 3,33-m-DL im Einsatz auf dem Hof Beuckmann in Fahnen.
    März 1976: der erste Prototyp der 3,33-m-DL im Einsatz auf dem Hof Beuckmann in Fahnen.ACCORD – Helmut Weiste
  7. 28. Januar 1977ACCORD Landmaschinen Heinrich Weiste & Co. GmbH

    Der Markenname rückt in den Firmennamen. Die erste Serie von 200 DL-Drillmaschinen ist im Sommer ausverkauft. Ohne sie, schreibt Helmut Weiste später, »wäre 1978 der Anschlusskonkurs gekommen«.

    Die DL-Drillmaschinen in 3 m, 3,33 m und 4 m Arbeitsbreite.
    Die DL-Drillmaschinen in 3 m, 3,33 m und 4 m Arbeitsbreite.ACCORD – Helmut Weiste
  8. 1977–79Nordamerika

    Beratung von John Deere in Des Moines, Aufbau des Air Seeders von Friggstad in Saskatchewan. 1979 sät ein 14,6 Meter breiter Friggstad Air Seeder mit ACCORD-Bauteilen 9,5 Hektar in einer Hin- und Rückfahrt.

    Der 48-Fuß-Air-Seeder von Friggstad mit ACCORD PNEUMATIC-Komponenten, Mai 1979.
    Der 48-Fuß-Air-Seeder von Friggstad mit ACCORD PNEUMATIC-Komponenten, Mai 1979.Friggstad / ACCORD – Helmut Weiste

Die goldenen achtziger Jahre

  1. 1981Sale & Lease Back

    Am Tag des entscheidenden Termins mit der Leasinggesellschaft stirbt Heinrich Weiste in der Nacht. Helmut Weiste führt die Verhandlung. Am 31. Dezember wird der Vertrag beurkundet: Das Werk wird für 5,1 Millionen DM verkauft und zurückgemietet, der Schuldendienst sinkt um 22 Prozent.

  2. 1982Die Aufsattel-Drillmaschine DA

    Der Saatguttank sitzt über der Kreiselegge statt dahinter. Weniger Schwerpunktabstand, kein Hubrahmen, keine Räder, keine Gelenkwelle – und nicht teurer als eine mechanische Drillmaschine. Nach vier Jahren wird die DA häufiger verkauft als die DL.

    Die Aufsattel-Drillmaschine DA im Einsatz: der Saatguttank sitzt über der Kreiselegge.
    Die Aufsattel-Drillmaschine DA im Einsatz: der Saatguttank sitzt über der Kreiselegge.ACCORD – Helmut Weiste
  3. 1983TURBO

    Ein Endverteiler mit fünf schräg geschnittenen Leitschaufeln nutzt die aerodynamische Energie des Granulatstroms und streut 8 Meter breit. ACCORD zeigt als Erster einen 18-Meter-Düngerstreuer.

    Der TURBO-Düngerstreuer: 18 m Streubreite bei nur 15 m Auslegerbreite.
    Der TURBO-Düngerstreuer: 18 m Streubreite bei nur 15 m Auslegerbreite.ACCORD – Helmut Weiste
  4. 1984Erster Auftrag aus Russland

    18 Jahre nach der Moskauer Messe: vierzig DT-Drillmaschinen, jede in einer eigenen Holzkiste, abgeholt von zehn Sattelaufliegern.

  5. Februar 1985Feuer

    Lösemittelreste in Wellrohren entzünden sich im Trockenofen; das Lackbecken mit 15.000 Litern Farbe fängt Feuer. Die Feuerwehr ist einen Kilometer entfernt neu eingezogen. Trotzdem werden 1985 zweitausend Drillmaschinen montiert.

    Die Tauch-Lackieranlage von 1984 – im Februar 1985 brannte sie.
    Die Tauch-Lackieranlage von 1984 – im Februar 1985 brannte sie.ACCORD – Helmut Weiste
  6. 1985Einstieg in die Einzelkornsaat

    ACCORD übernimmt 51 Prozent der Firma Fähse in Düren – MONOPILL für Rüben, MINIAIR für Feinsaaten, MONOAIR für Mais. Ende 1989 folgen die restlichen Anteile.

    Von links: Walter Born, Heinrich Gugenhan, Helmut Weiste – die Übernahme der Firma Fähse.
    Von links: Walter Born, Heinrich Gugenhan, Helmut Weiste – die Übernahme der Firma Fähse.ACCORD – Helmut Weiste
  7. August 1986Die modernste Endmontage Europas

    30 Meter Spannweite, 80 Meter Länge, kein Fließband: Die Maschinen rollen mit integriertem Gerätedreieck auf kleinen Wagen von Station zu Station. Über tausend Varianten laufen im Mix.

    Die neue Montagehalle von 1986: kein Fließband, sondern Maschinen auf kleinen Wagen.
    Die neue Montagehalle von 1986: kein Fließband, sondern Maschinen auf kleinen Wagen.ACCORD – Helmut Weiste
  8. 1989Kunststoff im eigenen Haus

    Nach dem Tod von Ernst Ullmann übernimmt ACCORD die Lippetaler Kunststoff-Technik mit acht Mitarbeitern – mehr als 400 verschiedene Teile kamen von dort.

  9. 1980–1989Von 10 auf 50 Millionen DM

    Der Umsatz verfünffacht sich. Der Marktanteil in Deutschland steigt von 2,5 auf 17 Prozent, in Großbritannien auf 40 Prozent. 1989 gehen 1.330 Bausätze an Anwenderfirmen – mehr als die Hälfte des gesamten Absatzes.

    Umsatz nach Produktgruppen 1980–1989: von 10 auf 50 Mio. DM.
    Umsatz nach Produktgruppen 1980–1989: von 10 auf 50 Mio. DM.ACCORD – Helmut Weiste

Marktführer

  1. Juni 1990Air Seeding '90 in Regina

    Auf dem internationalen Symposium der University of Saskatchewan stellt Helmut Weiste die europäische Entwicklung vor. Beim Feldtag zeigen 13 Hersteller ihre Air Seeder – bis auf einen alle mit PNEUMATIC-Verteilern.

    Air Seeding '90 in Regina: 13 Hersteller zeigten ihre Air Seeder im Feldeinsatz.
    Air Seeding '90 in Regina: 13 Hersteller zeigten ihre Air Seeder im Feldeinsatz.ACCORD – Helmut Weiste
  2. 1990Elektronische Sämaschinen-Controlle

    Zwanzig Fahrgassen-Rhythmen, permanente Überwachung von Dosiergerät und Gebläse, optische und akustische Warnung – erstmals eine vollständige elektronische Überwachung während der Aussaat.

    Die Elektronische Sämaschinen-Controlle ESC, 1990 – Informieren, Kontrollieren, Steuern.
    Die Elektronische Sämaschinen-Controlle ESC, 1990 – Informieren, Kontrollieren, Steuern.ACCORD – Helmut Weiste
  3. 1990/91Osten

    In der ehemaligen DDR entsteht ein Vertriebsnetz aus Stützpunkthändlern; Schulungen umfassen auch Rechnungswesen und Mehrwertsteuer. Peter Penner, Agraringenieur aus Orenburg, erschließt ab 1992 die Ukraine und Russland – in den ersten Jahren an die 200 Reisetage jährlich.

    Die OPTIMA-L: 6 m breit, leicht genug für die vorhandenen 80-PS-Schlepper der Ukraine.
    Die OPTIMA-L: 6 m breit, leicht genug für die vorhandenen 80-PS-Schlepper der Ukraine.ACCORD – Helmut Weiste
  4. 1993Das CX-Schar

    In einer drehenden Bodenrinne, dem »Rondell«, lässt sich das Verstopfen simulieren. Die Lösung: eine konvexe Stahl-Hohlscheibe und eine flexible Kunststoffscheibe mit versetzter Achse, die sich gegenseitig sauber halten. Patent DE 42 24 152.

    Das CX-Schar: konvexe Stahl-Hohlscheibe und flexible Kunststoffscheibe mit versetzten Drehachsen.
    Das CX-Schar: konvexe Stahl-Hohlscheibe und flexible Kunststoffscheibe mit versetzten Drehachsen.ACCORD – Helmut Weiste
  5. 1994Die Umfrage

    110 Landwirte in sechs Ländern, 16.086 Hektar: 98 Prozent zufrieden, bei 96 Prozent drehten sich die Scheiben unter allen Bedingungen. Auf der Agritechnica 1995 wird das CX-Schar zum Tagesgespräch.

  6. 16. August 1994Kverneland

    Nachdem John Deere eine Beteiligung abgelehnt hat, wird der Vertriebs- und Kooperationsvertrag mit der norwegischen Kverneland-Gruppe unterzeichnet. Die Mitarbeiter erfahren es erst danach – das Börsenrecht verlangte Geheimhaltung.

  7. 1995John Deere 750 A

    In Europa erhält die Direktsämaschine den ACCORD PNEUMATIC-Sätank. Der längs angeordnete zentrale Tank erlaubt das Einklappen auf 3 Meter Transportbreite – mit mechanischen Säkästen unmöglich.

    Die John Deere 750 A No-Till mit ACCORD PNEUMATIC-Sätank, ab 1995 in Europa.
    Die John Deere 750 A No-Till mit ACCORD PNEUMATIC-Sätank, ab 1995 in Europa.John Deere / ACCORD – Helmut Weiste
  8. Mai 1996Übernahme zu 100 Prozent

    Kverneland übernimmt ACCORD vollständig. Olaf Hørsdal lädt die gesamte Belegschaft per Charterflug nach Stavanger ein. Gegen Jahresende hängt der neue Name über dem Eingang.

    1996: der neue Firmenname über dem Eingang des Verwaltungsgebäudes.
    1996: der neue Firmenname über dem Eingang des Verwaltungsgebäudes.ACCORD – Helmut Weiste
  9. 22. April 1998Wilmowsky-Medaille in Gold

    Das KTBL zeichnet Helmut Weiste im Kaisersaal der Würzburger Residenz aus – als dritten Preisträger aus der Industrie nach Hermann Fendt und Anton Schlüter.

    22. April 1998, Residenz Würzburg: die Tilo-Freiherr-von-Wilmowsky-Medaille in Gold.
    22. April 1998, Residenz Würzburg: die Tilo-Freiherr-von-Wilmowsky-Medaille in Gold.ACCORD – Helmut Weiste
  10. 15. Mai 199850 Jahre ACCORD

    Gefeiert wird in der Soester Stadthalle, geplant von der Belegschaft selbst. Durch das Programm führt Arno Weiste, der Sohn. Ehrengast: Marie Weiste, Mitbegründerin.

    50 Jahre ACCORD – Pionier der Landtechnik, Soester Stadthalle, 15. Mai 1998.
    50 Jahre ACCORD – Pionier der Landtechnik, Soester Stadthalle, 15. Mai 1998.ACCORD – Helmut Weiste

Im Konzern

  1. 1. Juni 1999Ein Schock

    Eine Notoperation. Die Ärzte gehen zu 99 Prozent von Krebs aus – der Befund ist negativ. »Die Chance für eine gutartige Geschwulst an dieser Stelle liegt bei 2 Prozent«, sagt der Arzt.

  2. 31. Dezember 1999Abschied

    Helmut Weiste beendet seine Anstellung als Geschäftsführer und berät die Gruppe fortan in Sätechnologie. Nachfolger in Forschung und Entwicklung wird Dr.-Ing. Till Meinel.

  3. 2000Der Patentstreit endet

    Am 20. September 2000 hebt die Technische Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts den Widerruf des CX-Patents auf. Nach sechs Jahren Prozess bleibt der Schutz bestehen. ACCORD untersagt Amazone die Nutzung nicht, sondern erteilt eine Lizenz.

  4. 2001Dencker-Ehrennadel

    Das Institut für Landtechnik der Universität Bonn würdigt Helmut Weistes Verdienste um die Drill- und Einzelkornsätechnik und seine Zusammenarbeit mit Lehre und Forschung.

  5. 2002Tine Seeder

    George Randles sieht in Soest einen Prototyp und sagt: genau die richtige Maschine für die rauen Böden Englands. Die erste Serie ist komplett verkauft; bald überholt der TS die alte DL.

  6. 2005Das Ende des Akkords

    Bis dahin eine »heilige Kuh« bei ACCORD: Einzel- und Gruppenakkorde werden abgeschafft. Durch kleinere, flexiblere Lose ist das System überholt.

  7. 2009Die DG-12000

    Ein Rostocker Ingenieurbüro simuliert die Klappkinematik am Rechner. 12 Meter Arbeitsbreite, 6.000 Liter, Ausklappen in unter zwei Minuten, bis zu 140 Hektar am Tag. »Sie erinnerte mich an die Faltung der Flügel großer Vögel.«

    Die DG-12000: 12 m Arbeitsbreite, 6.000 l Tank, bis zu 140 ha am Tag.
    Die DG-12000: 12 m Arbeitsbreite, 6.000 l Tank, bis zu 140 ha am Tag.Kverneland Group / ACCORD – Helmut Weiste
  8. 2012Kathodische Tauchlackierung

    Das größte Erweiterungsprojekt der Firmengeschichte – über 10 Millionen Euro in zwei Jahren. Die Acrylat-KTL-Anlage schützt die Teile so gut gegen Korrosion wie hochwertige Automobile.

    Die KTL-Anlage von 2012: kathodische Tauchlackierung wie im Automobilbau.
    Die KTL-Anlage von 2012: kathodische Tauchlackierung wie im Automobilbau.Kverneland Group / ACCORD – Helmut Weiste
  9. 2012Weltweit

    In Australien werden fast 100 Prozent der Getreidefläche pneumatisch bestellt, in Kanada 85, in den USA 70 Prozent. Von elf nordamerikanischen Air-Seeder-Herstellern nutzen zehn das ACCORD-Verteilerprinzip.

    »Unsere Visionen von damals sind heute Realität.«
    »Unsere Visionen von damals sind heute Realität.«Kverneland Group / ACCORD – Helmut Weiste